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Tag des Salzburger Films 2010
"under construction"

Am Freitag, 18. Juni, ging der Salzburger Filmtag 2010 "under construction" über die Bühne. Pünktlich mit Einsetzen des original Salzburger Schnürlregens um 13 Uhr hieß es an der Schlechtwetter-Location in den Arkaden der Universität (Furtwänglergarten) "Kamera läuft". Drei Film-Sets waren aufgebaut - mit Kamera, Stativen, Scheinwerfern, Tonangel, Dolly und allem, was sonst noch für einen Dreh gebraucht wird. Aus Kosten- bzw. Spargründen waren allerdings sämtliche notwendigen Utensilien aus Pappe und selbst hergestellt.

(c) Ela Grieshaber

Die neun Drehbücher waren jedoch echt, genauso wie die neun Schauspielerinnen und Schauspieler, die kurze Sequenzen daraus für die Pappkamera und das reale Publikum spielten. Und der Soundtrack, mit dem drei Filmorchester live vor Ort die akustisch- emotionale Komponente beisteuerten.

(c) Ela Grieshaber

Viel Applaus gab es zum Beispiel für den musikalischen Krimi "Zwölfserien Mörder" von Raffaela Passiatore, die abgründigen Einblicke in lokale Befindlichkeiten mit dem "Country Junk Movie" (Script von Andreas Baumgartner) oder die absurd realistische Geschichte names "Irre" von Drehbuchautor Christian Mayr. Und Preise für die findigen Ideen, aus denen eigentlich Filme werden könnten, gab es natürlich auch: Zum Abschluss des Filmtages "under construction" wurde der Red Carpet im Café Uni:Versum ausgerollt, um die "Oscars" aus Pappe zu überreichen.

(c) Ela Grieshaber

Filmtag-Organisatoren Karin Helml und Arthur Zgubic von Studio West:

"Noch gibt es eine rege Filmszene in Salzburg. Hier arbeiten junge Leute und auch solche, die schon einiges vorzuweisen haben. Die Förderung von freien Filmprojekten ist auch deshalb so wichtig, weil diese Leute irgendwann weg sind, wenn sie nichts umsetzen können."

(c) Ela Grieshaber

In den vergangenen Jahren wurde der Tag des Salzburger Films als jährliche Leistungsschau des Salzburger Filmschaffens durchgeführt. Für 2010 reichten weder das Durchführungsbudget noch die Anzahl der realisierten Produktionen dafür aus. Der Filmtag 2010 blickte also hinter die Kulissen und zeigte Szenen aus Filmen, die es noch gar nicht gibt.

Abschlussbericht, Fotos © Ela Grieshaber